Grundsätzlich, im Prinzip und warum überhaupt?

Heart of Co., Interne Kommunikation, corporate microbloggingam Oktober 14th, 2009Keine Kommentare

Mehrfach wurde ich schon gefragt, warum wir überhaupt ein Microblogging-Tool für die interne Kommunikation von Unternehmen anbieten? Und meine Antwort darauf ist eine sehr grundsätzliche:

Durch diverse gesellschaftliche Einflüsse und Trends steigt der Druck auf Unternehmen, den Schritt von der Organisation 1.0 zur Organisation 2.0 zu unternehmen. Eines der zentralen Kennzeichen der Organisation 2.0 ist dabei der Paradigmenwechsel zum Konzept des Stakeholder Value / Relations Management. Beim Stakeholder Value / Relations Management gilt es, die Organisation so auszurichten, dass sie die Ansprüche der Oganisation und aller Bezugsgruppen untereinander in Einklang bringt, das Potenzial der gegenseitigen Beziehungen maximal ausschöpft und langfristig in eine Win-Win-Situation überführt.

Damit dies möglich wird, muss die Organisation 2.0 einen konstanten vertikalen und horizontalen Dialog ermöglichen und dabei die eigenen sowie die Erwartungen und Ziele der Kunden, Partner, NGOs, der Presse und der Mitarbeiter untereinander abgleichen. Ein solcher Dialog braucht als erstes den Willen dazu – direkt danach aber materielle und prozessuale Plattformen, um solche komplexe Prozesse überhaupt abbilden zu können.

Der Unternehmenskommunikation kommt bei dieser Veränderung eine zentrale Rolle zu.

  • Sie muss zunächst – durch strategische Planung und moderierende Einflussnahme – den Willen der Organisation zum Dialog herbeiführen und/oder stärken.
  • Sie muss ihre Inhalte so aufbereiten, dass sie für einen Dialog nutzbar sind und ihr Personal für einen solchen Dialog ausbilden.
  • Und sie muss – mit Hilfe interner oder externer Dienstleister – für die Bereitstellung und / oder Nutzung materieller und prozessualer Dialogplattformen sorgen.

Für den externen Dialog von Unternehmen existieren mittlerweile eine ganze Reihe etablierter Technologien oder Anbieter, wie z.B. Social Media Newsrooms, Corporate Blogs, Plattformen wie Facebook, Youtube und Xing, Communities wie Utopia oder Social Messaging Services wie Twitter.

Für den internen Dialog von Unternehmen existieren solche Plattformen bisher allerdings so gut wie nicht. Dies ist vor allem auf den zumeist nicht-dialogischen, intransparenten, wenig nachhaltigen oder überdimensionierten Charakter der etablierten Distributionskanäle zurückzuführen:

  • Intranets, Portale, Wikis und Teamrooms sind nicht dialog- sondern dokumentenorientiert und haben als Tools hohe technische und mentale Zugangsschwellen bei der Publikation von Inhalten.
  • Emails funktionieren nur One-on-One dialogisch und sind nicht transparent
  • Chats und Messenger sind wenig strukturiert und nachhaltig
  • Blogs stellen hohe formale Ansprüche an Gestaltung und Inhalt

Das so genannte „Microblogging“ wie man es von Twitter kennt ist aber die Chance, einen neuen Kommunikationskanal zu etablieren, der die Aufrechterhaltung und Pflege eines nachhaltigen internen Dialogs ermöglicht, denn:

  • Geschaffen für kurze, dialogische Statements reduziert sich das Basis-Interface auf ein Eingabefeld mit Absendefunktion – was die Zugangsschwellen niedrig hält.
  • Jeder angeschlossene Teilnehmer kann so auch in einem unübersichtlichen System prinzipielle jeden anderen Teilnehmer mit Hilfe von Textnachrichten in Echtzeit erreichen – was maximale Transparenz garantiert.
  • Alle Nachrichten sind langfristig über eine so genannte „public timeline“ einsehbar – und doch zugleich mit Hilfe einfacher Filtermechanismen („Follow“, Persönliche Timeline,#,@,Saved Searches) strukturierbar.
  • Das „kleine“ Format (140 Zeichen) macht den Dialog informell, problemlos und somit authentisch.

Und deshalb glauben wir, dass ein Tool wie Heart of Co. – vor allem, wenn es eine Reihe zusätzlicher und optimierter Features aufweist – perfekt dafür geeignet ist, auch die interne Kommunikation von Unternehmen dialogisch zu gestalten – und die Organisation 2.0 auch hinter der Firewall real werden zu lassen.